Armut und Teilhabechancen in Bremen - Muss Bremen sozialer werden?

Veröffentlicht am 16.10.2011 in Ortsverein

Am 11.10.2011 veranstalteten die beiden Ortsvereine Horn-Lehesterdeich und Oberneuland eine öffentliche Veranstaltung mit Referent Rolf Prigge vom IAW Bremen zum Thema "Armut und Teilhabechancen in Bremen".

Für alle die nicht dabei waren, hier einige Auszüge aus dem Referat. Für Interessierte stelle ich jederzeit auch eine Kopie des kompletten Vortrags zur Verfügung. Bitte einfach melden: thomy.hanke@freenet.de

Gruß
TOM

Übersicht:

1. Stadtpolitik im Kontext des Wettbewerbs der Großstädte und von gesellschaftlichen Krisen
2. Ungleiche Teilhabechancen – Zur Verteilung von Armut und Wohlstand in Bremen
3. Die Schlüsselrolle sozialer Stadt- und Stadtteilentwicklung für Teilhabe- und Verwirklichungschancen aller Bürger in einer Großstadt wie Bremen

Bremen und das Großstädtesystem: Drei Typen und Pfade der Entwicklung

a) Prekärer Wandel und Schrumpfung: West: Dortmund, Duisburg, Essen
Ost: Berlin, Leipzig, Dresden
b) Durchschnittliche Entwicklung: Köln, Hannover, Nürnberg, Bremen
c) Prosperität: Polarisierend: Düsseldorf, Frankfurt, Hamburg
Ausgleichend: München, Stuttgart

Grundkonflikte der Stadtteilpolitik:

a) politisches Mehrebenen-System: EU, Bundespolitik, Bundesland, Städte
b) Grundkonflikt zwischen ökonomischen Wachstumsregime und sozialem Integrationsregime
c) fehlende förderliche Rahmenbedingungen zwischen beider Regime

Ungleiche Teilhabechancen – Zur Verteilung von Armut und Wohlstand in Bremen

- Einkommen (ohne Vermögen)
- Haushalte mit und ohne
- Migration
- Kumulierte Armutslagen

Einkommensanteile – „Reiche“ Stadtteile – „Arme“ Stadtteile:

„Reiche“: Borgfeld, Oberneuland, Bürgerpark-Schwachhausen, Radio Bremen, St. Magnus
„Arme“: Neue Vahr, Tenever, Blockdiek, Gröplingen, Ohlenhof, Sodenmatt, und weitere.

Verteilung Haushalte mit Kindern:

Viele Kinder: Borgfeld, Tenever, Osterholz, Ahrbergen, Mahndorf, Blockdiek, Neue Vahr Nord, Kirchhuchting, Sodenmatt, Rekum, Blumenthal, Oslebshausen
Wenig Kinder: Lehe, Neu-Schwachhausen, Findorff-Bürgerweide, Altstadt, Alte Neustadt

Haushalte, Familien, (Kinder-)Armut

- 548.000 Einwohner in 300.000 Haushalten
- 150.000 Einpersonenhaushalte
- 52.000 Haushalte mit 82.000 Kinder unter 18 J. (15,6 %)
- 27.500 Kinder in Armut (33 %) / Armutsrisiko
- In 12 Ortsteilen leben 30-40 %, in 4 Ortsteilen über 50 % der Kinder in Armut/Armutsrisiko
- 7 Ortsteile mit ca. 70 % Einpersonenhaushalten
- 13 Ortsteile mit ca. 30 % Einpersonenhaushalten

Soziale Stadtpolitik in Bremen - Die neue Programmfamilie

Sozialer Zusammenhalt und bessere Teilhabe als Politikschwerpunkt:

- Programm Kindeswohl
- Weiterentwicklung Wohnen in Nachbarschaft (WIN)
- Ausbau der Kindertagesbetreuung
- Bremer Schulentwicklungsplan (Ganztagsschule)
- Integrierte Stadtentwicklung - neues Leitbild für Bremen
- Mehr Demokratie und Verantwortung für die Stadtteile
- Sozialberichterstattung als Steuerungsunterstützung

Besondere Herausforderungen und Aufgaben der sozialen Stadtteilpolitik in Bremen

- Armutsgefährdungsquote: 21,1 % (Land 2010) (Kinder knapp 30 %)
- Arbeitslosenquote: 11,7 % (Land Aug. 2011) (davon 50 % Langzeit)
- Kindertagesbetreuung der 0 / 1-3 jährige Kinder: Quote: 17,4 %, ganztags: 7,6 % (2010) - Ziel: 35 % bis 2013
- Kindertagesbetreuung der 3-6 jährigen Kinder: Quote m. 6 Std. 41,3 %, ganztags 24,3 % (2010)
- Ganztagsangebot Grundschulen: 20 % der Kinder (2010).

 

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