"Integration heute" - unter diesem Thema stellte auf dem 1. Internationalen Stadtteilfrühstück unser SPD-Ortsvereinsmitglied Nico Ramsthal interessante Aspekte vor. Für alle, die leider nicht dabei sein konnten, ist hier seine Präsentation. Gleichzeitig dankt der Beirat und wir vom Ortsverein Horn-Lehesterdeich Nico für sein Engagement.
Liebe Organisatoren, Liebe Helfer, Liebe Gäste, „Integration ist eine tägliche Herausforderung zur Überbrückung geglaubter Gegensätze.“ Dieser Satz war auf allen Einladungen für diesen Vormittag zu finden. Integration scheint, thematisiert durch Medien und Politik, eines der komplexesten und schwierigsten Thematiken unseres Zeitgeistes zu sein. Durch die Globalisierung und neue Infrastrukturen rückt die Welt zusammen und zeitgleich gibt es doch große Reibungspunkte, die unüberwindbar erscheinen. Aktuell sehen wir diese Entwicklung an den Eskalationen um das Mohammad-Schmähvideo in der arabischen Welt. Für viele Menschen ist dieses Video die höchste Form der menschenmöglichen Beleidigung, während für andere dieses Video eine bloße Artikulation ist, die durch die Meinungsfreiheit gedeckt wird. Integration ist jedoch nicht nur große Weltpolitik und eine scheinbar autonome, von uns nicht beeinflussbare Entwicklung. Sie ist auch hier vor unserer Haustür eine Frage des Interesses und der Offenheit der Menschen in unserem Stadtteil. So veröffentlichte die Oldenburger Universität im Juli diesen Jahres Ergebnisse in denen die Forscher Lebensumstände junger Männer mit deutschem Pass und immigrierten Eltern untersuchten. Dabei mussten die Forscher feststellen, dass Jugendliche mit Migrationshintergrund sich in hohem Maße mit Ausgrenzung und Diskriminierung konfrontiert sehen und dies als eine deutliche Belastung empfinden. Für die einzelnen Personen ist der Migrationshintergrund oft nicht die bedeutsamste Unterscheidungskategorie und meistens nicht der einzig wichtige Faktor in ihrem Leben. Dennoch sind sie sich der sozialen Zuordnung bewusst, die so oder so ähnlich – oft mit Hilfe von Bezeichnungen wie Ausländer ‚Türken oder Russen – in der Gesellschaft vorgenommen werden und die eine negative Wirkung entfalten. Obwohl über die Hälfte der Befragten mit Migrationshintergrund die deutsche Staatsangehörigkeit besitzen, fühlen sie sich mehrheitlich mit 51 Prozent, als „Ausländer“. Im Juli diesen Jahres veröffentlichte die Antidiskriminierungsstelle des Bundes medienwirksam eine Studie, deren Ergebnis ebenso drastisch wie deutlich die Situation von Menschen mit Migrationshintergrund in Deutschland aufgedeckt hat. So erfahren Menschen mit Migrationshintergrund doppelt so häufig Benachteiligungen wie die Mehrheitsbevölkerung. Diese Benachteiligungen erfahren die Menschen in acht Lebensbereichen: bei der Bildung, auf dem Arbeitsmarkt, auf Ämtern und Behörden, in der Nachbarschaft, bei der Religionsausübung, während Freizeitaktivitäten, in öffentliche Transportmitteln und bei der Wohnungssuche. Basierend auf diesen Fakten ist es umso wichtiger und umso schöner, dass wir hier heute zusammen gekommen sind um ein Zeichen für die Integration zu setzen, für ein besseres Miteinander und für die weitere Finanzierung von integrationsfördernden Projekten hier in unserem Stadtteil. Die volkwirtschaftliche und gesellschaftliche Zukunft um uns herum, hängt von dem Frieden und der Toleranz des gemeinschaftlichen Miteinanders ab. Vielen Dank für Ihre Aufmerksamkeit.